2.4856 – Das Werkstoffdatenblatt

2.4856 – Das Werkstoffdatenblatt

2.4856 / Alloy 625: Ausgezeichnete Korrosionsbeständigkeit im Lieferzustand weichgeglüht (grade 1) und lösungsgeglüht (grade 2)

Der Werkstoff 2.4856, NiCr22Mo9Nb oder Alloy 625 enthält gemäß Richtanalyse 0,03 – 0,10 % Kohlenstoff, max. 0,5 % Silicium, max. 0,5 % Mangan, max. 0,02 % Phosphor, max. 0,015 % Schwefel, 20,0 – 23,0 % Chrom, 8,0 – 10,0 % Molybdän, mind. 58,0 % Nickel, max. 1,0 % Kobalt, max. 5,0 % Eisen, max. 0,4 % Aluminium, max. 0,4 % Titan, max. 0,5 % Kupfer sowie 3,15 – 4,15 % Niob und Tantal. Verfügbar ist Alloy 625 im Regelfall im weichgeglühten Lieferzustand (grade 1; geglüht bei 950 bis 1050 °C). Gekennzeichnet wird die Nickel-Chrom-Molybdän-Niob-Legierung durch gute mechanische Eigenschaften und Unempfindlichkeit gegen chlorinduzierte Spannungskorrosion. Im weichgeglühten Zustand ist Alloy 625 gut beständig sowohl gegen Mineralsäuren (z. B. Salpetersäure, Salzsäure, Phosphorsäure oder Schwefelsäure) und organische Säuren als auch gegen Alkalien. In außergewöhnlichem Maße zeichnet sich 2.4856 ferner durch seine Beständigkeit gegen interkristalline Korrosion, Lochkorrosion, Erosionskorrosion und Spaltkorrosion aus. Darüber hinaus ist eine lösungsgeglühte Variante (grade 2, geglüht bei 1080 bis 1160 °C) mit erhöhtem Kohlenstoffgehalt lieferbar. In diesem Lieferzustand besitzt Alloy 625 eine gute Beständigkeit gegen diverse Sorten von Heißgaskorrosion wie Chlorierung. Infolge der guten Beständigkeit gegen Aufkohlung und Oxidation sind Einsätze von 2.4856 bei bis zu 1050 °C möglich. Die Zeitstandfestigkeit bei Temperaturen über ca. 600 °C ist hervorragend. Ebenso zeigt 2.4856 über 850 °C eine gute Zähigkeit. Aufgrund des geringen Kohlenstoffanteils und einer möglichen Stabilisierung im Zuge der Wärmebehandlung tritt erst nach Stunden eine Sensibilisierung bei Temperaturen zwischen 600 und 800 °C ein. Im geglühten Zustand liegt die Streckgrenze Re bei mind. 415 N/mm² und die Zugfestigkeit Rm zwischen mind. 820 bis 1050 N/mm² bei 20 °C. Die Dehnung A beträgt bei 20 °C mind. 30 %, längs 125 J/cm² und quer 100 J/cm². Es lässt sich eine Brinellhärte von max. 240 HB erreichen.

Zum Lieferumfang der Georg Grimm Edelstahlgroßhandlung GmbH bei der Güte 2.4856 / Alloy 625 gehören Stäbe, Draht, Blech, Bänder, Zeichnugsteile, Rohre und Rohrzubehör.

2.4856 / Alloy 625: Gute Warmumformung und Kaltumformung sowie gute spanende Bearbeitbarkeit und Schweißbarkeit

Für die Warmformgebung von 2.4856 sind Temperaturen von 1175 – 900 °C zu wählen. Im Rahmen der Wärmebehandlung ist eine leichte Steigerung der Festigkeit möglich. Das Weichglühen von Alloy 625 (grade 1) hat im Temperaturbereich von 930 bis 1050 °C zu erfolgen, idealerweise bei 980 °C. Das Lösungsglühen (grade 2) ist bei ca. 1080 bis 1160 °C durchzuführen, wobei 1120 °C anzustreben sind. Zur Optimierung der Korrosionsbeständigkeit ist eine schnelle Abkühlung mit Wasser oder bei Stärken unter ca. 3 mm mit Luft vorzunehmen. Für das Spannungsarmglühen eignen sich Temperaturen von 600 bis 810 °C. Auf ein Vorwärmen oder eine anschließende Wärmenachbehandlung kann bei 2.4856 im Regelfall verzichtet werden. Für die Kaltumformung sind bei Alloy 625 lediglich geglühte Werkstücke geeignet. Es kann erforderlich sein, dass das Material zwischengeglüht und bei Kaltumformungen ab 15 % im Anschluss weichgeglüht (grade 1) oder lösungsgeglüht (grade 2) werden muss. Weiterhin zeichnet sich 2.4856 durch eine gute Schweißbarkeit aus. Schweißen lässt sich Alloy 625 mithilfe von allen gebräuchlichen Schweißverfahren, z. B. WIG-Schweißen, MIG-Schweißen oder Lichtbogenschweißen. Beim Schweißen empfiehlt sich eine geringe Wärmeeinbringung. Für die spanende Bearbeitung sollte das Werkstück aus 2.4856 im metallisch blanken, geglühten Zustand sowie frei von Schmutz und Spannungen vorliegen. Da 2.4856 eine Tendenz zur Kaltverfestigung aufweist, ist eine geringe Schnittgeschwindigkeit zu bevorzugen. Zu beachten ist ferner, dass die Schnitttiefe die vorige kaltverfestigte Vertiefungszone unterschreitet. Die Schmelztemperaturen betragen zwischen 1290 und 1350 °C.

2.4856 / Alloy 625: Vielfältige Anwendungsmöglichkeiten z. B. in Schiffsbau und Offshoreindustrie dank Seewasserbeständigkeit und Hitzebeständigkeit

2.4856 - Das Werkstoffdatenblatt bei Georg Grimm Edelstahlgroßhandlung GmbH Wuppertal

Der Anwendungsbereich von 2.4856 unterscheidet sich je nach gewähltem Lieferzustand. So eignet sich die weichgeglühte Variante (grade 1) für Einsätze bei Temperaturen von weniger als ca. 600 °C, insbesondere für Nasskorrosionsanwendungen. Die Güte 2.4856 besitzt in der weichgeglühten Variante eine Zulassung vom TÜV für Druckbehälter im Temperaturbereich von -196 bis 450 °C. Zum Anwendungsbereich zählen zudem die Förderung von Öl und Gas, die Umwelttechnik und Meerestechnik sowie die chemische Prozessindustrie. Durch seine Seewasserbeständigkeit findet Alloy 625 Verwendung im Schiffsbau sowie zur Herstellung von Seewasserleitungen und weiteren meerestechnischen Anlagen. Ebenso vertrauen die Offshoreindustrie und die chemische Industrie auf diese Güte, z. B. bei der Herstellung von mineralischen Säuren wie Phosphorsäure. Darüber hinaus ist Alloy 625 grade 1 geeignet für Anlagen zur Aufbereitung von radioaktivem Abfall. Alloy 625 wird zudem eingesetzt zur Fertigung von Erdgasrohrleitungen (z. B. Steigrohre), Anlagen in der Erdölindustrie und Kompensatoren, die eine Korrosionsbeständigkeit gegen Spannungsrisse besitzen müssen.

Die lösungsgeglühte Variante (grade 2) bietet sich aufgrund ihrer verbesserten Zeitstandfestigkeit für Einsätze im Hochtemperaturbereich von ca. 600 bis 1000 °C an. So hält Alloy 625 grade 2 dem Kontakt mit heißen Abgasen, z. B. in Kompensatoren und Rekuperatoren, stand. In der Offshoreindustrie und Erdölindustrie wird Alloy 625 grade 2 beispielsweise für Abfackelrohre genutzt. Außerdem ist Alloy 625 in diesem Lieferzustand nach dem ASME-Code für Druckbehälter vorgesehen. Infolge seiner guten Verschleißfestigkeit und Warmfestigkeit eignet sich Alloy 625 u. a. zur Beschichtung von Müllverbrennungsanlagen. Zum Anwendungsbereich gehören weiterhin Anlagen für die Rauchgasreinigung und Rauchgasentschwefelung (z. B. Klappen, Absperrventile oder Rauchgaswäscher).

Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte an unsere Mitarbeiter von Georg Grimm Edelstahlhandlung.

Werkstoff 2.4856
Werkstoff-Nummer 2.4856 Normbezeichnung
Alloy Alloy 625 DIN NiCr22Mo9Nb, 17752
EN 10095 AMS
AISI UNS N 06059, N 06625
EN AMS
BS NA21 ASTM B 446 UNS N 006625
NACE SAE
Vd-TÜV 499 ELI
Beschreibung:
Hitzebeständige Nickel-Chrom-Molybdän-Niob-Legierung mit niedrigem C-Gehalt
Verwendung und Eigenschaften
2.4856 / Alloy 625 ist ein hitzebeständiger Stahl, der sich im weichgeglühten Lieferzustand (grade 1) für Anwendungen unter 600 °C und im lösungsgeglühten Lieferzustand (grade 2) für Anwendungen von ca. 600 bis 1000 °C eignet. 2.4856 grade 1 zeichnet sich durch gute mechanische Eigenschaften und eine gute Korrosionsbeständigkeit gegen mineralische und organische Säuren und Alkalien aus. Ferner ist grade 1 beständig gegen interkristalline Korrosion, Lochkorrosion, Erosionskorrosion und Spaltkorrosion. 2.4856 grade 2 zeigt weiterhin eine Beständigkeit gegen Heißgaskorrosion, Aufkohlung und Oxidation. Zum Anwendungsbereich von Alloy 625 zählen u. a. Schiffsbau, Offshoreindustrie, chemische Industrie, Erölindustrie, Erdgasindustrie und nach TÜV oder ASME-Code zugelassene Druckbehälter.
Eigenschaften
Dichte 8,4 kg/dm³
Schmieden
Lösungsglühen +AT
1080 – 1160 °C Wasser/bei Stärken unter ca. 3 mm Luft
Glühhärte
Spannungsarmglühen 600 – 810 °C
Vorwärmen zum Härten
Härte
Anlassen
Rm min 820 – 1050 N/mm²
Rp 0,2 min
Dehnung min 30 %
Rm max
Rm 0,2 max
Dehnung max
Elemente C Cr Mn P S Si Ni Mo Co Fe Al Ti Cu Nb + Ta
min 0,03 20,0 8,0 3,15
max 0,10 23,0 0,5 0,02 0,015 0,5 58,0 10,0 1,0 5,0 0,4 0,4 0,5 4,15

Die in diesem Werkstoffdatenblatt aufgeführten Informationen über die Beschaffenheit oder Verwendbarkeit von Materialien und/ oder Erzeugnissen stellen keine Eigenschaftszusicherung dar, sondern dienen ausschließlich der Beschreibung. Für die Ergebnisse bei der Anwendung und Verarbeitung der Produkte wird keine Gewähr übernommen.

1.4835 – Das Werkstoffdatenblatt

1.4835 – Das Werkstoffdatenblatt

1.4835: Chrom-Nickel-Stahl mit guter Zunderbeständigkeit und Hitzebeständigkeit

Der Werkstoff 1.4835 bzw. X9CrNiSiNCe21-11-12 enthält gemäß Richtanalyse 0,05 – 0,12 % Kohlenstoff, 1,4-2,5 % Silicium, max. 1,0 % Mangan, max. 0,045 % Phosphor, max. 0,015 % Schwefel, 20,0-22,0 % Chrom, 10,0 – 12,0 % Nickel, 0,12 – 0,20 % Stickstoff und 0,03 – 0,08 % Cer. 1.4835 entspricht weitestgehend der Güte 1.4828, unterscheidet sich jedoch durch einen höheren Gehalt an Stickstoff und durch den Zusatz von seltenen Erden. Der hitzebeständige Stahl verfügt über ein austenitisches Gefüge. Darüber hinaus besitzt der Hochtemperaturwerkstoff 1.4835 eine sehr gute Zunderbeständigkeit, die bei ca. 900 °C sinkt, aber dennoch an trockener Luft bis ca. 1100 °C gegeben ist. Die Hitzebeständigkeit bleibt bei Lufttemperaturen bis ca. 1150 °C bestehen. Um Kornzerfall und infolgedessen eine Beeinträchtigung der Kerbschlagwerte bei Raumtemperatur zu verhindern, sind Temperaturen von 600 – 900 °C möglichst zu vermeiden. Aufgrund des hohen Anteils an Stickstoff und Kohlenstoff erweist sich 1.4835 ferner als schlecht beständig unter reduzierenden und oxidierenden Bedingungen, vor allem im Kontakt mit schwefelhaltigen Gasen. Bei 1.4835 liegt im lösungsgeglühten Zustand zunächst kein Magnetismus vor. Vorsicht ist jedoch geboten durch die Gefahr der Bildung von Verformungsmartensit oder durch einen Schweißvorgang, was zu Magnetismus führen kann.

Zum Lieferumfang der Georg Grimm Edelstahlgroßhandlung GmbH bei der Güte 1.4835 gehören Stabstahl, Bleche, nahtlose und geschweißte Rohre sowie Rohrzubehör (z. B. Bögen, Reduzierungen, T-Stücke).

1.4835: Gute mechanische Eigenschaften und gute Schweißbarkeit

Die Warmformgebung von 1.4835 hat bei Temperaturen von 1150 – 900 °C zu erfolgen – mit anschließender Abkühlung an der Luft. Im Rahmen der Wärmebehandlung ist das Lösungsglühen bei 1020 – 1120 °C mit schneller Abkühlung unter Wasser oder an der Luft vorzunehmen. 1.4835 besitzt gute mechanische Eigenschaften. Im lösungsgeglühten Zustand beträgt die Streckgrenze Rp0,2 mind. 310 MPa und die Streckgrenze Rp1,0 mind. 350 MPa bei Raumtemperatur. Die Zugfestigkeit liegt zwischen 650 und 850 MPa. Die Dehnung A5 erreicht längs mind. 40 %. Erzielbar ist eine Brinellhärte von max. 210 HB. Des Weiteren verfügt 1.4835 über eine gute Schweißbarkeit. Daher lässt sich der hitzebeständige Edelstahl mithilfe von sämtlichen konventionellen Schweißverfahren wie z. B. WIG-Schweißen, PAW-Schweißen, SAW-Schweißen oder MIG-Schweißen verarbeiten. Das Spannungsarmglühen ist bei 900 °C für mind. eine halbe Stunde durchzuführen. Auf ein Vorwärmen oder eine anschließende Wärmenachbehandlung kann bei 1.4835 für gewöhnlich verzichtet werden. Dringend zu beachten ist, dass die betroffenen Werkstücke bei der Verarbeitung metallisch blank und vollkommen frei von Spannung und Schmutz sind. Empfohlen werden ferner eine geringe Wärmeeinbringung und das Abkühlen jeder geschweißten Schicht auf ca. 150 °C vor weiteren Schweißarbeiten. Infolge der hohen Kaltverfestigung des austenitischen Gefüges von 1.4835 ist bei der spanenden Bearbeitung auf eine geringe Schnittgeschwindigkeit und eine ausreichende Spantiefe zur Unterschreitung der Verfestigungszone zu achten.

 1.4835: Hitzebeständiger Edelstahl für Ofenbau und Petrochemie

1.4835 - Das Werkstoffdatenblatt bei Georg Grimm Edelstahlgroßhandlung GmbH Wuppertal

1.4835 findet in erster Linie Verbreitung im Industrieofenbau. So werden aus dem Hochtemperaturwerkstoff im Ofenbau beispielsweise Wärmetauscher, Rekuperatoren und Luftvorwärmer gefertigt. Darüber hinaus eignet sich der hitzebeständige Edelstahl für eine Vielzahl an Rohren wie z. B. Crackrohre, Ofenrohre, Pyrometerschutzrohre, Schutzrohre für elektrische Widerstandsheizungen oder auch Rußbläser für Glührohre und Muffelrohre. Der Hochtemperaturwerkstoff erweist sich ferner als verlässlicher Partner für Erdölanlagen in der Petrochemie. Ebenso wird 1.4835 den hohen Ansprüchen im Kraftwerksbau und Apparatebau gerecht. Genutzt wird der Chrom-Nickel-Stahl außerdem für Wärmebehandlungsanlagen. Hergestellt werden aus 1.4835 z. B. Ketten und Zubehör für Härtereien. Zum Anwendungsbereich von 1.4835 zählt weiterhin die Zementindustrie.

Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte an unsere Mitarbeiter von Georg Grimm Edelstahlhandlung.

Werkstoff 1.4835
Werkstoff-Nummer 1.4835 Normbezeichnung
Alloy DIN X9CrNiSiNCe21-11-2
EN 10095 AMS
AISI 253 MA UNS
EN AMS
BS ASTM S 30815
NACE SAE
Vd-TÜV ELI
Beschreibung:
Austenitischer, hitzebeständiger Edelstahl (Chrom-Nickel-Stahl)
Verwendung und Eigenschaften
1.4835 ist ein austenitischer Edelstahl für den Hochtemperaturbereich. Der hitzebeständige Edelstahl gleicht 1.4828, zeichnet sich jedoch durch einen höheren Gehalt an Stickstoff und den Zusatz von seltenen Erden aus. Der Chrom-Nickel-Stahl besitzt eine Zunderbeständigkeit bis ca. 1100 °C und eine Hitzebeständigkeit bis ca. 1150 °C. 1.4835 lässt sich nach allen gebräuchlichen Schweißverfahren (z. B. WIG, PAW, SAW und MIG) gut schweißen. Der hitzebeständige Edelstahl findet Einsatz im Ofenbau, Kraftwerksbau und Apparatebau, in der Petrochemie, in Härtereien und in der Zementindustrie.
Eigenschaften
Dichte 7,8 kg/dm³
Schmieden
Lösungsglühen +AT
1020 – 1120 °C Wasser/Luft
Glühhärte
max. 210 HB
Spannungsarmglühen
Vorwärmen zum Härten
Härte
Anlassen
Rm min 650 – 850 MPa
Rp 0,2 min 310 MPa
Dehnung min 40 %
Rm max
Rm 0,2 max
Dehnung max
Elemente C Cr Mn P S Si Ni Ce N AI
min 0,05 20,0 1,4 10,0 0,03 0,12
max 0,12 22,0 1,0 0,045 0,015 2,5 12,0 0,08 0,20

Die in diesem Werkstoffdatenblatt aufgeführten Informationen über die Beschaffenheit oder Verwendbarkeit von Materialien und/ oder Erzeugnissen stellen keine Eigenschaftszusicherung dar, sondern dienen ausschließlich der Beschreibung. Für die Ergebnisse bei der Anwendung und Verarbeitung der Produkte wird keine Gewähr übernommen.

1.7707 – Das Werkstoffdatenblatt

1.7707: Eingesetzt für Bauteile des Automobilbaus und des allgemeinen Maschinenbaus

Der Werkstoff 1.7707 bzw. 30CrMoV9 ist unmittelbar mit dem Nitrierstahl 1.8519 (31CrMoV9) vergleichbar und enthält gemäß der Richtanalyse 0,27 – 0,34 % Kohlenstoff, max. 0,40 % Silicium, 0,40 – 0,70 % Mangan, max. 0,035 % Phosphor, max. 0,035 % Schwefel, 2,30 – 2,70 % Chrom, 0,15 – 0,25 % Molybdän, max. 0,6 % Nickel und 0,10 – 0,20 % Vanadium und wird hauptsächlich für die Herstellung verschleißbeanspruchter Bauteile im Bereich des Automobilbaus und des allgemeinen Maschinenbaus eingesetzt.

Zum Lieferumfang der Georg Grimm Edelstahlgroßhandlung GmbH gehört bei der Güte 1.7707 geschmiedeter und gewalzter Rundstahl.

1.7707: Vergütungsstahl für hohe Verschleißfestigkeit

Bei diesem Cr-Mo-V-legierten Vergütungsstahl erfolgt die Warmumformung des Materials in einem Temperaturbereich zwischen 1.100 und 850 °C und hieran anschließend langsamer Abkühlung im Ofen. 1.7707 kann bei 680 bis 720 °C weichgeglüht werden. Erreichbar ist durch das Weichglühen eine Glühhärte von max. 248 HB. Im Anschluss an das Weichglühen hat eine langsame Ofenabkühlung des Materials zu erfolgen.

1.7707 wird als Vergütungsstahl für Bauteile, an die hohe Anforderungen bezüglich der Verschleißfestigkeit gestellt werden, verwandt. Das Härten des Materials wird bei Temperaturen in einem Bereich von 840°C bis 870 °C und anschließender Wasserabkühlung, beziehungsweise in einem Temperaturbereich von 850°C bis 880°C und anschließender Abschreckung in Öl oder in einer wässrigen Polymerlösung, durchgeführt. Das Anlassen findet bei 540 – 680 °C mit anschließender Luftabkühlung statt.

Der Vergütungsstahl 1.7707 zeichnet sich vorrangig durch eine hohe Verschleißfestigkeit aus. Um die Verschleißfestigkeit zu erhöhen, bietet sich ein Nitrieren bei 500 – 520 °C an.

 1.7707: Verlässlicher Partner für Verschleißteile in Automobilindustrie und Maschinenbau

1.7707 - Das Werkstoffdatenblatt bei Georg Grimm Edelstahlgroßhandlung GmbH Wuppertal

Der Nitrierstahl 1.7707 bietet diverse Einsatzmöglichkeiten. Vorrangig eignet sich der gut zerspanbare Vergütungsstahl für solche Einsätze, für die eine geringe Nitrierhärte bei einer großen Nitriertiefe von Bedeutung ist. Häufige Verwendung findet 1.7707 demnach auf dem Gebiet der  Automobilindustrie und des Maschinenbaus, wo er für Bauteile wie z. B. Schrauben oder Nockenwellen genutzt wird, die aufgrund ihrer hohen Verschleißbelastung einer Nitrierung unterzogen werden. Darüber hinaus wird 1.7707 bevorzugt bei der Herstellung von Wellen wie z. B. Kurbelwellen und ähnlichen Verschleißteilen, die eine max. Stärke von 100 mm aufzuweisen haben. 1.7707 eignet sich ebenfalls für die Herstellung von Extruderwerkzeugen, wie z.B. Schnecken und Zylindern. Zudem erweist sich diese Güte als verlässlicher Partner für die Produktion von Spindeln, die an Werkzeugmaschinen eingesetzt werden. Hierzu gehören beispielsweise Ventilspindeln, die höchsten Drücken standhalten müssen. Für Plastifizierungswerkzeuge, die u.a. mit Duroplasten und Thermoplasten sowie mit Füllstoffen, Verstärkungsstoffen und PVC umgehen müssen, eignet sich 1.7707 ebenfalls. Zu den weiteren Anwendungsbereichen dieser Güte zählen Heißdampfarmaturenteile, Bolzen, Bohrer, Führungen, Gewindelehren, Richtwalzen sowie Steuerteile. Da der Werkstoff 1.7707 tendenziell schlecht zum Schweißen geeignet ist, sollte in Schweißkonstruktionen auf ihn verzichtet werden. Alternativ zu 1.7707 bzw. 30CrMoV9 ist – je nach Verwendungszweck – der Einsatz des unmittelbar vergleichbaren Vergütungsstahls 1.8519 bzw. 31CrMoV9 zu prüfen.

 

Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte an unsere Mitarbeiter von Georg Grimm Edelstahlhandlung.

Werkstoff 1.7707 
Werkstoff-Nummer 1.7707 Normbezeichnung 30CrMoV9
Alloy DIN 17200
EN AMS
AISI AISI 4340 UNS
EN AMS
BS ASTM
NACE SAE
Vd-TÜV ELI
Beschreibung:
CrMoV-legierter Vergütungsstahl
Verwendung und Eigenschaften
Der gut zerspanbare Vergütungsstahl 1.7707 wird bevorzugt für Bauteile eingesetzt, an die hohe Anforderungen bezüglich der Verschleißfestigkeit gestellt werden. Häufige Verwendung findet 1.7707 folglich in den Einsatzbereichen der Automobilindustrie und des Maschinenbaus. Dort wird er für Bauteile wie z. B. Schrauben oder Nockenwellen genutzt, die aufgrund ihrer hohen Verschleißbelastung vielfach einer Nitrierung unterzogen werden. Alternativ zu 1.7707 bzw. 30CrMoV9 ist – je nach Verwendungszweck – der Einsatz des unmittelbar vergleichbaren Vergütungsstahls 1.8519 bzw. 31CrMoV9 zu prüfen.
Eigenschaften
Dichte
Schmieden 1.100 – 850°C
Weichglühen 650 – 700 °C
Glühhärte HB
Max. 248 HB
Spannungsarmglühen
Vorwärmen zum Härten 450 – 650 °C
Härte 840 – 870°C Abschreckung im Wasserbad, 850 – 880°C Abschreckung in Öl
Anlassen 540 – 680 °C Luftabkühlung
Rm min
Rp 0,2 min
Dehnung min
Rm max
Rm 0,2 max
Dehnung max
Elemente C Cr Mn P S Si V Mo Ti AI
min 0,26 2,30 0,40 0,10 0,15
max 0,34  2,70  0,70 0,40  0,20 0,25

Die in diesem Werkstoffdatenblatt aufgeführten Informationen über die Beschaffenheit oder Verwendbarkeit von Materialien und/ oder Erzeugnissen stellen keine Eigenschaftszusicherung dar, sondern dienen ausschließlich der Beschreibung. Für die Ergebnisse bei der Anwendung und Verarbeitung der Produkte wird keine Gewähr übernommen.