1.4550 – Das Werkstoffdatenblatt

1.4550: Gute Beständigkeit gegen interkristalline Korrosion unabhängig von der Stärke des Werkstücks

Bei der Güte 1.4550 bzw. X6CrNiNb18-10 handelt es sich um einen nichtrostenden austenitischen Chrom-Nickel-Stahl, dem das Element Niob zugesetzt wurde. Ihrem Niob-Zusatz als Karbidbildner hat diese Güte es zu verdanken, dass sie auch im geschweißten Zustand beständig gegen interkristalline Korrosion ist. Dies gilt unabhängig von Dicke und Querschnitt. Gemäß der Richtanalyse enthält dieser Edelstahl max. 0,08 % Kohlenstoff, max. 1,0 % Silicium, max. 2,0 % Mangan, max. 0,045 % Phosphor, max. 0,015 % Schwefel (bei Langprodukten max. 0,03 % und bei zu bearbeitendem Material 0,015 bis 0,03 %), 17,0 bis 19,0 % Chrom sowie 9,0 bis 12,0 % Nickel.

Die Firma Georg Grimm Edelstahlgroßhandlung GmbH liefert in dem Werkstoff 1.4550 Stabstahl (rund bis zu einem Durchmesser von 270 mm, flach und vierkant geschmiedet) teils aus Neufertigung, teils aus Vorrat.

1.4550: Hervorragende Schweißbarkeit und Kaltumformbarkeit bei hohen Umformkräften

Zum Schweißen ist die Qualität 1.4550 hervorragend geeignet. So erweist sich 1.4550 infolge seines Niob-Zusatzes beim Schweißen als beständig gegen interkristalline Korrosion unabhängig von der Stärke des Werkstücks. Grundsätzlich kann dabei auf alle gängigen Schweißverfahren zurückgegriffen werden. Die am weitesten verbreiteten Schweißverfahren sind jedoch das WIG-Schweißen, MAG-Schweißen, Lichtbogenschweißen, Laserstrahlschweißen und UP-Schweißen. Nach dem Schweißen ist eine Wärmebehandlung im Allgemeinen nicht vonnöten. Da dieser Stahl einen erheblich höheren Wärmeausdehnungskoeffezienten als unlegierter Stahl hat, ist iVm der schlechteren Wärmeleitfähigkeit des 1.4550 mit einem größerem Verzug des Werkstücks bei der Bearbeitung zu rechnen. Um dies zu verhindern, sind beim Schweißen sämtliche Maßnahmen die dem entgegenwirken, wie z.B. Pilgerschrittschweißen sowie wechselseitiges Schweißen von X-Nähten, zu ergreifen. In Verbindung mit austenitischem Schweißgut und gleichzeitig zu hoher Wärmeeinbringung neigt 1.4550 zudem zu Heißrissbildung, weshalb Schweißzusätzen mit einem geringeren Ferritgehalt bis zu 10% der Vorzug zu geben ist. Zudem sollte in möglichst dünnen Lagen geschweißt werden, um eine hohe Abkühlgeschwindigkeit mit dem Ziel zu erreichen, die Heißrissneigung zu verringern.

Zur Kaltverformung bei hohen Umformkräften eignet sich die Güte 1.4550 ebenfalls gut, wodurch sich die im abgeschreckten Zustand noch schwache Magnetisierbarkeit erhöht. Zum Zerspanen ist dieser Edelstahl nur bedingt geeignet da er zur Kaltverfestigung neigt. Beim Zerspanen sollte deshalb besonderer Wert auf den Einsatz von hochwertigen Werkzeugen aus Schnellarbeitsstahl oder Hartmetall gelegt werden. Bei der Warmformgebung bzw. Wärmebehandlung empfiehlt sich ein Temperaturbereich von 1.120 °C bis 1.020 °C mit anschließender Abkühlung an der Luft oder in Wasser. Auf ein Lösungsglühen kann verzichtet werden, falls gewährleistet ist, dass die Anforderungen an die mechanischen Eigenschaften des Produktes eingehalten werden. Infolge der ausgewogenen Zusammensetzung von Nickel und Chrom stellt sich nach abgeschlossener Wärmebehandlung ein fast vollständig austenitisches Gefüge ein. Polieren lässt sich die Güte 1.4550 nur bedingt.

Die hohe Korrosionsbeständigkeit dieses nichtrostenden Stahls beruht auf der Ausbildung einer homogenen, dichten Passivschicht auf der Oberfläche. Zum Schutz der Passivierung sollte die Güte 1.4550 bei der Verarbeitung ausschließlich mit nichtrostenden Arbeitsmitteln wie nichtrostenden Stahlbürsten in Berührung kommen. Wichtig ist das Beizen von vorher gebürsteten Nahtbereichen durch Tauchbeizen oder Sprühbeizen. Danach ist unbedingt eine sorgfältige Spülung mit Wasser vorzunehmen. Hierbei sind die Umweltvorschriften zu beachten.

1.4550: Hohe Korrosionsbeständigkeit gewährleistet universelle Verwendung mit Hauptanwendungsbereich Kernkraftwerksbau

 

1.4550 - Das Werkstoffdatenblatt bei Georg Grimm Edelstahlgroßhandlung GmbH Wuppertal

Durch seine hohe Korrosionsbeständigkeit hat sich die rostfreie Güte 1.4550 als verlässlicher Partner im Kernkraftwerksbau etabliert. In der Nahrungsmittelindustrie sowie chemischen Industrie wird sie für Apparate, Behälter und weitere Bauteile eingesetzt. Darüber hinaus wird 1.4550 im privaten Bereich vielfach für Haushaltsgeräte verwendet. Neben der Genussmittelindustrie vertrauen auch die Filmindustrie und Fotoindustrie dieser Stahlsorte.

Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte an unsere Mitarbeiter von Georg Grimm Edelstahlhandlung.

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Werkstoff 1.4550
Werkstoff-Nummer 1.4550 Normbezeichnung X6CrNiNb18-10
Alloy DIN
EN AMS
AISI AISI 347 UNS UNS S34700
EN AMS
BS ASTM
NACE SAE
Vd-TÜV ELI
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Beschreibung:
Nichtrostender Edelstahl
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Verwendung und Eigenschaften
1.4550 weist eine gute Schweißbarkeit auf, außer beim Schweißen mit Gas. Selbst im geschweißten Zustand ist 1.4550 gegen interkristalline Korrosion beständig.  Zum Polieren ist 1.4550 eher weniger geeignet. Eingesetzt wird 1.4550 für Apparate und Bauteile der Nahrungsmittelindustrie, Genussmittelindustrie, Filmindustrie und Fotoindustrie. Für Gebrauchsgegenstände im Haushalt wird 1.4550 ebenfalls verwendet.
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Eigenschaften
Dichte 8,0 kg/dm³
Schmieden
Weichglühen
Glühhärte
Spannungsarmglühen
Vorwärmen zum Härten
Härte
Anlassen
Rm min 500 N/mm²
Rp 0,2 min  240 N/mm²
Dehnung min  40 %
Rm max 700 N/mm²
Rm 0,2 max 320 N/mm²
Dehnung max  55 %
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Elemente C Cr Mn P S Si Ni Nb Mo Cu
min 17 9,0  9,0 10xC
max 0,08 19 2,0 0,045 0,15 0,1 12,0  12,0  2,0
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Die in diesem Werkstoffdatenblatt aufgeführten Informationen über die Beschaffenheit oder Verwendbarkeit von Materialien und/ oder Erzeugnissen stellen keine Eigenschaftszusicherung dar, sondern dienen ausschließlich der Beschreibung. Für die Ergebnisse bei der Anwendung und Verarbeitung der Produkte wird keine Gewähr übernommen.

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