1.4310 – Das Werkstoffdatenblatt

1.4310: Rostfreier Stahl gewährleistet gute Korrosionsbeständigkeit

Der Werkstoff 1.4310 bzw. X10CrNi18-8 ist ein nichtrostender, austenitischer Stahl. Gemäß der Richtanalyse enthält dieser Edelstahl 0,05 – 0,15 % Kohlenstoff, max. 2,0 % Silicium, max. 2,0 % Mangan, max. 0,045 % Phosphor, max. 0,015 % Schwefel, 16,0 – 19,0 % Chrom, max. 0,8 % Molybdän, 6,0 – 9,5 % Nickel und max. 0,11 % Stickstoff. Der Kohlenstoffanteil von 0,05 – 0,15 % hat zur Folge, dass sich Chromkarbide und chromarme Bereiche entwickeln, die die Beständigkeit gegen interkristalline Korrosion beeinträchtigen. Mit einem PREN-Wert von 16,0 bis 23,4 verfügt der Chrom-Nickel-Stahl aber über eine gute Korrosionsbeständigkeit. Obwohl die Korrosionsbeständigkeit durch den niedrigen Nickelzusatz geringer ausfällt als bei der Güte 1.4301, ist 1.4310 dennoch in gewöhnlichen Lebensmitteln und Getränken gut beständig. Um eine bestmögliche Korrosionsbeständigkeit zu erzielen, sind die betreffenden Oberflächen unbedingt zu polieren. Die mechanischen Eigenschaften sind im mittleren Bereich anzusiedeln. So besitzt 1.4310 im geglühten Zustand eine Härte von max. 230 HB 30. Ferner beträgt die Zugfestigkeit 500 – 750 N/mm² und die Streckgrenze max. 195 N/mm² gemäß Norm.

Zum Lieferumfang der Güte 1.4310 gehören Bandstahl bzw. Federbandstahl, Draht und Rundstahl in Durchmessern bis 10 mm.

1.4310: Gute Schmiedbarkeit und Kaltumformung bei starker Kaltverfestigung

Zum Schmieden eignet sich der rostfreie Werkstoff 1.4310 gut. Dazu wird das Erzeugnis zunächst auf 1200 bis 900 °C erhitzt und dann an der Luft abgekühlt. Das Lösungsglühen ist bei 1000 bis 1100 °C mit anschließendem Abschrecken an der Luft oder in Wasser möglich. Zu beachten ist bei 1.4310, dass im lösungsgeglühten Zustand die Magnetisierbarkeit nicht gegeben ist. Darüber hinaus ist 1.4310 zur Kaltumformung – d. h. zum Bördeln, Drücken, Biegen oder Tiefziehen – geeignet. Der Anwender sollte sich allerdings bewusst sein, dass sich dadurch die Korrosionsbeständigkeit verringert. Durch das Verhältnis von Chrom und Nickel neigt das metastabile austenitische Gefüge von 1.4310 außerdem zu starker Kaltverfestigung bei der Kaltumformung. Wegen dieser starken Neigung zur Kaltverfestigung in Verbindung mit einer geringen Wärmeleitfähigkeit stellt sich die Zerspanung eher kompliziert dar. Es kommt dabei zu einer Verminderung der Korrosionsbeständigkeit durch die Zunderbildung und Entstehung von Anlauffarben, welche entweder mechanisch (z. B. durch Beizen) oder chemisch (z. B. durch Schleifen oder Glasperlenstrahlen) entfernbar sind. Eine weitere Folge der Kaltverformung bei 1.4310 ist die eventuelle Erhöhung der Magnetisierbarkeit.

1.4310: Korrosionsbeständiger Federstahl für Anwendungen bis 300 °C

1.4310 - Das Werkstoffdatenblatt bei Georg Grimm Edelstahlgroßhandlung GmbH Wuppertal

Der nichtrostende Stahl 1.4310 erfreut sich einer beständigen Nachfrage. Ein Hauptanwendungsbereich von diesem Chrom-Nickel-Stahl besteht in der Federherstellung. So wird die austenitische Stahlsorte 1.4310 in erster Linie für Federn eingesetzt, die Temperaturen bis ca. 300 °C standhalten müssen. Die Lebensmittelindustrie und Getränkeindustrie schätzen an Federkomponenten aus 1.4310 vor allem die gute Korrosionsbeständigkeit in Verbindung mit guten mechanischen Eigenschaften. Infolge der hohen Anfälligkeit für Kaltverfestigung eignet sich die austenitische Stahlgüte 1.4310 insbesondere für solche Werkstücke, die hohe mechanische Anforderungen erfüllen müssen. Der mögliche Anwendungsbereich reicht von Blattfedern über Transportgliederketten und Mixermesser bis zu Schuheinlagen. Nicht nur die chemische Industrie, sondern auch die Automobilindustrie weiß 1.4310 als verlässlichen Partner bei hohen Anforderungen zu schätzen. Werden beispielsweise Bleche mit hoher Festigkeit benötigt, setzt der Fahrzeugbau oftmals auf diesen Chrom-Nickel-Stahl. Darüber hinaus findet der austenitische Stahl Einsatz für Hollandmesser und elektronische Ausrüstung.

Typische Anwendungen im lösungsglühten Zustand sind Stanzteile, Biegeteile und einfache Tiefziehteile, im kaltverfestigten Zustand über die genannten Teile hinaus Federn, Membranen und Schnappscheiben.

Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte an unsere Mitarbeiter von Georg Grimm Edelstahlhandlung.

Werkstoff 1.4310
Werkstoff-Nummer 1.4310 Normbezeichnung X10CrNi18-8
Alloy DIN X10CrNi18-8
EN AMS
AISI  AISI 301 UNS UNS S30100, UNS S30200
EN AMS
BS ASTM
NACE SAE
Vd-TÜV ELI
Beschreibung:
Nichtrostender Edelstahl, hohe Festigkeit
Verwendung und Eigenschaften
Die Güte 1.4310 weist eine hohe Festigkeit und Tendenz zur Kaltverfestigung auf. Genutzt wird 1.4310 für stark beanspruchte Federn für Temperaturen bis 300°C, Holländermesser sowie Bleche für den Fahrzeugbau.
Eigenschaften
Dichte 8,0 kg/dm³
Schmieden
Weichglühen
Glühhärte
Spannungsarmglühen
Vorwärmen zum Härten
Härten  330 HB
Anlassen
Rm min 700 N/mm²
Rp 0,2 min
Dehnung min 20 %
Rm max 950 N/mm²
Rm 0,2 max 500 N/mm²
Dehnung max 30 %
Elemente C Cr Mn P S Si Ni N Mo
min  0,05 16,0 6,0
max 0,15 19,0 2,0 0,045 0,15 2,0 9,5 0,11 0,8

Die in diesem Werkstoffdatenblatt aufgeführten Informationen über die Beschaffenheit oder Verwendbarkeit von Materialien und/ oder Erzeugnissen stellen keine Eigenschaftszusicherung dar, sondern dienen ausschließlich der Beschreibung. Für die Ergebnisse bei der Anwendung und Verarbeitung der Produkte wird keine Gewähr übernommen.

1.4307 – Das Werkstoffdatenblatt

1.4307 / AISI 304L: Verbesserte Korrosionsbeständigkeit und Beständigkeit gegen interkristalline Korrosion gegenüber 1.4301

Der Werkstoff 1.4307 bzw. X2CrNi18-9 ist ein nichtrostender, austenitischer Stahl. Gemäß der Richtanalyse enthält dieser Edelstahl max. 0,03 % Kohlenstoff, max. 1,0 % Silicium, max. 2,0 % Mangan, max. 0,045 % Phosphor, max. 0,015 % Schwefel (bei Langprodukten max. 0,03 % und bei zu bearbeitenden Werkstücken 0,015 – 0,03 %), 17,5 – 19,5 % Chrom, 8,0 – 10,0 % Nickel und max. 0,11 % Stickstoff.

Im Unterschied zu dem Werkstoff 1.4301 weist die Güte 1.4307 einen geringeren Kohlenstoffanteil auf. Durch den geringen Kohlenstoffanteil von max. 0,03 % entwickeln sich weder Chromkarbide noch chromarme Bereiche. Mit einem PREN-Wert von 17,5 bis 21,1 verfügt dieser Chrom-Nickel-Stahl folglich über eine – im Vergleich mit dem Werkstoff 1.4301 – verbesserte Korrosionsbeständigkeit.

1.4307 ist im Grunde ein höherwertiger Werkstoff als 1.4301, der seit Jahrzehnten auf dem Markt ist und aufgrund des hohen Kohlenstoffgehaltes reichlich Korrosionsprobleme hat. Durch die Verbesserung des Entkohlungsverfahrens – sprich VOD und AOD – ist die Produktion dieser Güte mit abgesenktem Kohlenstoffgehalt erst möglich geworden. Bei den Händlern kristallisiert sich die Tendenz zu reduzierter Lagerhaltung heraus, sodass ein steter Austausch des 1.4301 gegen 1.4307 erfolgt. Zu beachten ist dabei, dass der 1.4307 gegen 1.4301 ausgetauscht werden kann, nicht aber umgekehrt.

Einsatz von 1.4307 im Schwimmbad-Bereich nicht empfehlenswert

In natürlichen Gewässern sowie in ländlicher oder städtischer Umgebung ist 1.4307 korrosionsbeständig, sofern kein Salzgehalt und keine Chlorkonzentration vorliegen, die Lochkorrosion hervorrufen. Aus diesem Grunde sollte dieser Werkstoff nicht für Schwimmbäder verwendet werden. Verglichen mit Güten mit höherem Kohlenstoffanteil (z. B. 1.4301) oder solchen mit Titangehalt (z. B. 1.4541), ist bei 1.4307 zudem eine größere Beständigkeit gegen interkristalline Korrosion gegeben. Seine mechanischen Eigenschaften sind im mittleren Bereich anzusiedeln. So besitzt 1.4307 im geglühten Zustand eine Härte von max. 215 HB 30. Infolge des reduzierten Kohlenstoffgehalts fällt seine Festigkeit jedoch niedriger aus als bei 1.4301. Gemäß Norm beträgt die Zugfestigkeit 450 – 680 N/mm² und die Streckgrenze max. 175 N/mm².

Zum Lieferumfang der Güte 1.4307 / 1.4301 gehören Blech, Bandstahl, gewalzter und blanker Rundstahl, Draht, geschweißte und nahtlose Rohre sowie Rohrzubehör.

1.4307: Gute Verarbeitung durch ausgezeichnete Zerspanung, Schweißeignung und Kaltumformung

Zum Schmieden eignet sich der rostfreie Werkstoff 1.4307 ausgezeichnet. Dazu wird das Erzeugnis zunächst auf 1.200 bis 900 °C erhitzt und dann an der Luft abgekühlt. Durch ein Lösungsglühen bei 1.000 bis 1.100 °C mit anschließendem Abschrecken an der Luft oder in Wasser lässt sich die Verarbeitung optimieren.

Die Abwesenheit von Titan hat zur Folge, dass dieser Werkstoff im Vergleich zu titanstabilisierten Werkstoffen eine sehr gute Zerspanung sowie höhere Werkzeuggeschwindigkeiten und Werkzeugstandzeiten aufweist. Diese Güte ist ebenso hervorragend geeignet zum Schweißen mithilfe aller gängigen Schweißverfahren. Dabei kommt es allerdings zu einer Verminderung der Korrosionsbeständigkeit durch die Zunderbildung und Entstehung von Anlauffarben, welche entweder mechanisch (z. B. durch Beizen) oder chemisch (z. B. durch Schleifen oder Glasperlenstrahlen) entfernbar sind. Darüber hinaus ist 1.4307 sehr gut zur Kaltumformung – d. h. zum Bördeln, Drücken, Biegen oder Tiefziehen – geeignet. Da diese Güte im Vergleich zu unlegierten Werkstoffen eine größere Neigung zur Kaltverfestigung aufweist, sind jedoch stärkere Kräfte zur Umformung vonnöten. Der Verwendungsbereich reicht von Tieftemperaturen bis + 550 °C. Das Material ist sowohl mechanisch als auch elektrolytisch polierbar. Durch Ziehen kann ein leichter Magnetismus auftreten.

1.4307: Vielfältiger Einsatz mit den Hauptanwendungsbereichen Lebensmittelindustrie und Bauindustrie

1.4307 - Das Werkstoffdatenblatt bei Georg Grimm Edelstahlgroßhandlung GmbH Wuppertal

Der rostfreie Werkstoff erfreut sich einer steigenden Nachfrage aufgrund seiner universellen Einsatzmöglichkeiten. Dank seiner ausgezeichneten Korrosionsbeständigkeit besteht ein Hauptanwendungsgebiet von 1.4307 in der Lebensmittelindustrie. Im Bereich der Nahrungsmittelherstellung und Nahrungsmittelverarbeitung wird der nichtrostende Stahl zu Anlagen verarbeitet, die der Herstellung und Lagerung sowie dem Transport von Getränken wie Bier, Wein und Milch dienen.

Weiterhin werden aus diesem Werkstoff Behälter, insbesondere Druckbehälter, und elektronische Ausrüstung hergestellt. Besonders häufig anzutreffen ist der nichtrostende Stahl ebenfalls in der Bauindustrie, z. B. an Fassadenverkleidungen, Fensterrahmen und Türen. Den hohen Ansprüchen der Automobilindustrie sowie der Luft- und Raumfahrttechnik genügt der austenitische Stahl ebenso wie denen der Erdölindustrie bzw. petrochemischen Industrie. Nicht nur die chemische Industrie, sondern auch die Zelluloseindustrie weiß die Vorteile von 1.4307 zu schätzen. Nicht zuletzt beweist sich der austenitische Chrom-Nickel-Stahl im Bereich Maschinenbau als verlässlicher Partner.

1.4307: Fester Bestandteil im Haushalte

Doch auch im Haushalt findet 1.4307 immer häufiger Einzug. Dort wird der austenitische Chrom-Nickel-Stahl nicht nur für dekorative Zwecke verwendet, sondern er findet auch Einsatz für Kücheneinrichtung, Küchengeräte, Essbesteck und Essgeschirr.

Oftmals lassen sich auch Lieferengpässe bei der Güte 1.4301 durch den Einsatz eines mit 1.4301 doppelt attestierten 1.4307 umgehen. Zudem kann auf diesen Werkstoff zurückgegriffen werden, wenn auf internationaler Ebene AISI 304L gefordert wird.

Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte an unsere Mitarbeiter von Georg Grimm Edelstahlhandlung.

Werkstoff 1.4307
Werkstoff-Nummer 1.4841 Normbezeichnung X2CrNi18-9
Alloy DIN X2CrNi18-9
EN AMS
AISI  AISI 304L UNS  UNS S30403
EN AMS
BS ASTM
NACE SAE
Vd-TÜV ELI
Beschreibung:
Nichtrostender Edelstahl
Verwendung und Eigenschaften
1.4307 verfügt über eine gute Korrosionsbeständigkeit, Kaltumformbarkeit und Schweißbarkeit. Eingesetzt wird 1.4307 daher insbesondere für die Produktion von Haushaltsgeräten sowie in der Lebensmittelindustrie und im Behälterbau.
Eigenschaften
Dichte 8,0 kg/dm³
Schmieden
Weichglühen
Glühhärte
Spannungsarmglühen
Vorwärmen zum Härten
Härten
Anlassen
Rm min 500 N/mm²
Rp 0,2 min 200 N/mm²
Dehnung min  45 %
Rm max  650 N/mm²
Rm 0,2 max  240 N/mm²
Dehnung max  55 %
Elemente C Cr Mn P S Si Ni N Mo
min 17,5 8,0
max 0,03 19,5 2,0 0,045 0,15 1,0 10,0 0,11

Die in diesem Werkstoffdatenblatt aufgeführten Informationen über die Beschaffenheit oder Verwendbarkeit von Materialien und/ oder Erzeugnissen stellen keine Eigenschaftszusicherung dar, sondern dienen ausschließlich der Beschreibung. Für die Ergebnisse bei der Anwendung und Verarbeitung der Produkte wird keine Gewähr übernommen.

1.4122 – Das Werkstoffdatenblatt

1.4122: Sehr gute mechanische Eigenschaften sowie gute Korrosionsbeständigkeit und Verschleißfestigkeit

Die Güte 1.4122 bzw. X39CrMo17-1 ist ein nichtrostender, martensitischer Stahl. Gemäß der Richtanalyse enthält dieser Edelstahl 0,33 bis 0,45 % Kohlenstoff, max. 1,0 % Silicium, max. 1,5 % Mangan, max. 0,04 % Phosphor, max. 0,015 % Schwefel (bei Langprodukten max. 0,03 % und bei zu bearbeitenden Erzeugnissen zwischen 0,015 und 0,03 %), 15,5 bis 17,5 % Chrom, 0,8 bis 1,3 % Molybdän und max. 1,0 % Nickel. Der Chromstahl verfügt über eine gute Korrosionsbeständigkeit, die im Vergleich zu Werkstoffen mit niedrigerem Chromgehalt wie z. B. 1.4006 deutlich höher ausfällt. Weiterhin trägt der Zusatz von Molybdän zur chemischen Beständigkeit von 1.4122 bei. Um eine optimale Korrosionsbeständigkeit zu erzielen, sollte darauf geachtet werden, dass die betreffenden Oberflächen feingeschliffen oder poliert werden. Mit seinem PREN-Wert von 18,47 bis 20,46 ist der Werkstoff 1.4122 korrosionsbeständig in wenig aggressiven Atmosphären mit niedriger Chlorionenkonzentration. Für eine Beständigkeit gegen Seewasser ist zusätzlich ein kathodischer Korrosionsschutz zwingend erforderlich. Auch gegen organische Säuren und Salpetersäure ist 1.4122 durch seinen hohen Chromgehalt beständig. Wenig anfällig ist 1.4122 ebenso für Spaltkorrosion. Darüber hinaus besitzt dieser nichtrostende Stahl eine hervorragende Verschleißfestigkeit und sehr gute mechanische Eigenschaften. Gemäß Norm beträgt die Zugfestigkeit 750 – 950 N/mm² und die Streckgrenze max. 550 N/mm². Weiter optimiert werden können die mechanischen Eigenschaften anhand einer Wärmebehandlung.

1.4122: Ölhärter mit guten Warmfestigkeitseigenschaften

Der rostfreie Werkstoff 1.4122 lässt sich bei 1.100 bis 800 °C schmieden und sollte anschließend in Asche oder Sand bzw. an der Luft abgekühlt werden. Das Weichglühen hat bei 750 bis 850 °C über einen Zeitraum von 2 bis 4 Stunden zu geschehen. Darauf folgen sollte eine Abkühlung an der Luft oder im Ofen. Zum Härten ist das Werkstück aus 1.4122 auf ca. 980 bis 1.060 °C zu erhitzen und danach in Öl abzuschrecken. Dank des Kohlenstoffanteils von bis zu 0,45 % ist das Vergüten auf eine höhere Festigkeit möglich, wodurch sich gute Warmfestigkeitseigenschaften einstellen lassen. Durch ein anschließendes Anlassen bei 750 bis 650 °C lässt sich der Zustand QT750 mit einer Festigkeit von 750 bis 950 N/mm² erzielen. Vom Schweißen ist bei der Güte 1.4122 prinzipiell abzuraten. Es sollte nur in dringenden Fällen und unter Beachtung von genauen Vorsichtsmaßen geschweißt werden. Dann ist das Werkstück auf 300  bis 400 °C vorzuwärmen. Hieran schließt sich eine nachträgliche Anlassbehandlung an. Das ganze fertige Teil ist zu vergüten. Um Risse zu vermeiden, ist die Zeitspanne zwischen Schweißen und Wärmebehandlung so kurz wie möglich zu wählen. Zum Zerspanen ist 1.4122 ebenfalls nur mittelmäßig geeignet. Die Zerspanbarkeit ähnelt derer von Edelbaustählen mit vergleichbarer Festigkeit. Die Stahlsorte 1.4122 ist sowohl magnetisierbar als auch polierbar.

1.4122: Verlässlicher Partner für Maschinenbau und Apparatebau

1.4122 - Das Werkstoffdatenblatt bei Georg Grimm Edelstahlgroßhandlung GmbH Wuppertal

Der rostfreie Werkstoff 1.4122 erfreut sich einer wachsenden Nachfrage. Vor allem in den Bereichen Maschinenbau und Apparatebau beweist sich der Chromstahl mit Molybdänzusatz als verlässlicher Partner. So ist die Güte 1.4122 z. B. im Schiffsmaschinenbau vielfach anzutreffen. Infolge seiner ausgezeichneten Verschleißfestigkeit und guten Korrosionsbeständigkeit findet die martensitische Stahlsorte Verwendung in Süßwasser, beispielsweise für Ventile (z. B. Dampfventile und Wasserventile), Bootswellen, Kompressor-Teile sowie Pumpenwellen und Pumpenstangen im Pumpenbau. Des Weiteren wird 1.4122 eingesetzt in der Polymerverarbeitung bzw. allgemein in der Kunststoffverarbeitung im Kontakt mit PVC und ähnlichen chemisch aggressiven Kunststoffen. Verwendet wird der Chromstahl dort u. a. für Extrusionswerkzeuge. Im Verdichterbau wird der rostfreie Stahl 1.4122 ebenfalls des Öfteren verwendet. Anwender schätzen die nichtrostende Legierung zudem für Schneidwaren wie z. B. chirurgische Instrumente oder auch Holländermesser. Ferner findet der Chromstahl 1.4122 Einsatz für Armaturen, die Temperaturen von bis ca. 600 °C standhalten müssen. Auch die Lebensmittelindustrie und Automobilindustrie setzen auf 1.4122. Der Anwendungsbereich umfasst weiterhin Pressformen, Kolben, Spindeln, Bolzen, Wellen und Fitting-Werkzeuge.

Zum Lieferumfang der Güte 1.4122 gehören gewalzter und blanker Rundstahl sowie gesägte Sondermaße.

Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte an unsere Mitarbeiter von Georg Grimm Edelstahlhandlung.

Werkstoff 1.4122
Werkstoff-Nummer 1.4841 Normbezeichnung X39CrMo17-1
Alloy DIN X39CrMo17-1
EN X35CrMo17 AMS
AISI UNS
EN AMS
BS ASTM
NACE SAE
Vd-TÜV ELI
Beschreibung:
Nichtrostender Edelstahl
Verwendung und Eigenschaften
Üblicherweise wird 1.4122 eingesetzt für Wellen, Spindeln, Bolzen, Kolben, Ventile, Holländermesser und Armaturenteile für Temperaturen bis ca. 600°C.
Eigenschaften
Dichte 7,85 kg/dm³
Schmieden
Weichglühen
Glühhärte
Spannungsarmglühen
Vorwärmen zum Härten
Härten 280 HB
Anlassen
Rm min 800 N/mm²
Rp 0,2 min 460 N/mm²
Dehnung min  12 %
Rm max  1050 N/mm²
Rm 0,2 max  550 N/mm²
Dehnung max  25 %
Elemente C Cr Mn P S Si Ni N Mo
min  0,33 15,5  0,015 0,8
max 0,45 17,5 1,5 0,04 0,35 1,0 1,0 1,3

Die in diesem Werkstoffdatenblatt aufgeführten Informationen über die Beschaffenheit oder Verwendbarkeit von Materialien und/ oder Erzeugnissen stellen keine Eigenschaftszusicherung dar, sondern dienen ausschließlich der Beschreibung. Für die Ergebnisse bei der Anwendung und Verarbeitung der Produkte wird keine Gewähr übernommen.